züruck

Metamergenz (nicht linear)

Vom 23. September bis 14. Oktober 2012
 
Künstler: Markus Krieger

Markus Krieger stellt Systeme auf die Probe. Er treibt ihre Strukturen bis an die Grenzen ihrer Funktionalität, um sie ad absurdum zu führen oder ihre ihnen innewohnenden selbstzerstörerischen Kräfte zu zeigen. Dafür nutzt er Versuchsanordnungen unter Verwendung physikalischer, elektronischer und chemischer Abläufe und deren Reaktionen. Krieger setzt Technik und Naturphänomene nicht ein, um sie im gesellschaftlich goutierten Sinne „nutzbringend“ zu verwenden und ein Schneller, Höher und Weiter zu befördern. Vielmehr ist er in einem dadaistischen Sinne eher an der System-Störung interessiert. Was passiert zum Beispiel, wenn zwei Motoren ein ganzes System von ineinandergreifenden Zahnrädern von zwei gegenüberliegenden Seiten bewegen? Wann werden sich diese gegenläufigen Kräfte und Energien gegenseitig blockieren und das ganze System zum kollabieren bringen? Kriegers Versuchsanordnungen besitzen nicht nur einen ästhetischen Reiz und eine ironische Komponente, sie berühren Fragen philosophischer Qualität bezüglich Forschung und Fortschrittsgläubigkeit der modernen Gesellschaft. Kriegers Studio ist ein Labor, in dem er sich in tüftelnder Weise mit Maschinen und technischen Geräten unterschiedlichster Provenienz beschäftigt, um sie in komplizierten Schaltungen miteinander zu verbinden. Auf diese Weise hat er einen Gerätepark zu einer Musikmaschine geschaltet, die nach Vorgabe eines Metronoms die Eigengeräusche zu einem Technosound rhythmisiert.

Aus Anlass der Eröffnung wird Krieger die Maschine eine 15-minütige Komposition aufführen lassen. Nach der Ausstellung erscheint ein Katalog mit einer Auswahl von Arbeiten aus den letzten Jahren.

Öffnungszeiten: Do - So 14 - 19 Uhr

Die Ausstellung wird gefördert durch das Bezirksamt Pankow von Berlin Amt für Weiterbildung und Kultur FB Kunst und Kultur