züruck

REFLEX

Vom 25. August bis 9. September 2007
 
Künstler:  

Installation, Text und Fotografie von Astrid Schneider und Moritz Wiedemann

Spiegelung der anderen und des Selbst ist das Thema von Astrid Schneider und Moritz Wiedemann. Diese gemeinsame inhaltliche Ausgangsbasis des Themenspektrums Reflexion verbindet die Arbeiten, die ab 25. August im Meinblau zu sehen waren. Hierzu entwickelten die beiden Künstler jeweils spezifische Werke, die auf die besondere architektonische Situation des Kunsthauses MEINBLAU eingingen. Astrid Schneider wusste das Thema in präzise arrangierten Fotoinstallationen als räumliche Erweiterung und subtile Irritation gleichermaßen umzusetzen. Moritz Wiedemann reflektierte mittels eigener poetischer Texte und Fotografien persönliche Bewusstseinsebenen. In der ästhetischen Umsetzung, die Moritz Wiedemann mit ebensolcher minimalistischer Strenge vornahm wie seine Kollegin, trafen sich die beiden Positionen synergetisch im räumlichen Kontext.

Astrid Schneiders Installation bestand aus Fotografie- und Spiegelsegmenten, die den gespiegelten realen Raum perspektivisch in den fotografischen Motiven fortsetzten. Die Fotosegmente zeigten Ausschnitte des leeren Ausstellungsraumes. In der Präsentation spiegelten sich somit je nach Standpunkt zusätzlich die Arbeiten von Moritz Wiedemann und die BetrachterInnen selbst. Der Blick wurde folglich separiert und konstruiert unweigerlich räumliche Gegebenheiten, die vermeintlich unmöglich erschienen. Die konkrete Situation erhielt surrealen Charakter und warf grundsätzliche Fragen unserer Wahrnehmung auf. Moritz Wiedemann radikalisierte seine Lebensweise und künstlerische Position im Jahre 1997. In der Schrank-Skulptur „Ausgangspunkt“ organisierte er seinen gesamten persönlichen Besitz und reduzierte ihn auf weniger als zwei Kubikmeter. Seine Kunstprojekte definiert er in Bezug auf dieses Mutterschiff als Satelliten-Einheiten. Folgerichtig weisen seine Installationen, deren Textelemente mittels Schablonen oder Stempeln auf die Wände aufgetragen werden, temporären Charakter auf. Wie bei Astrid Schneider verschwindet die Arbeit unwiederbringlich nach Ablauf der Ausstellungszeit. Einzig die für den Anlass entstandenen Fotografien verblieben nach der Ausstellung als Verweis auf eine verschwundene Gesamtsituation und kehrten zum „Ausgangspunkt“ zurück.