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BAZAAR – Zur Anatomie des Kunstmarktes

Vom 30. September bis 7. Oktober 2007
 
Künstler:  

KünstlerInnen:
Andreas Sachsenmaier, Anna Jakupovic, Arnulf Rainer, Bernhard Draz, Felice Naomi Wonnenberg, Frank Kästner, Joachim Seinfeld, Jörg Lange, Matten Vogel, Max Klinger, Neo Rauch, Nicolas Manenti und Pablo Picasso

Konzeption:
B. Draz, A. Sachsenmaier, J. Seinfeld

Anlässlich des Kunstherbstes und aufgrund der Vielzahl der Berliner Messen realisierte MEINBLAU parallel ein Ausstellungsprojekt, das die Mechanismen des Kunstmarktes analysierte sowie persiflierte will und gleichwohl dessen Präsentationsformen nutzte.

Dem Zeitgeist und vertrauten Marktstrategien folgend, wurden berühmte verstorbene und nicht ganz so berühmte lebende KünstlerInnen präsentiert, so dass letztere von dem Bekanntheitsgrad der ersteren naturgemäß profitieren konnten. Die Arbeiten der Zeitgenossen thematisierten allesamt in Form und Inhalt den Leitgedanken des Projektes und setzen ihn mitunter in Bezug zu den verstorbenen Kollegen. Die Methodik des Kunstmarktes wurde in den Werken mal kritisch assoziativ, gelegentlich kryptisch abstrakt und durchaus auch radikal plakativ behandelt. Dabei blieben die Arbeiten der Zeitgenossen stets marktgerecht, kompakt wie schön und sollten gekauft werden.

Die Ausstellungsarchitektur sah eine homogene Präsentation mit sechs großzügigen Kojen unter dem zentralen Oberlicht der Meinblau-Halle vor. Über die Applikation der üblichen Labels mit entsprechenden Werkangaben hinaus präsentierte der Videokünstler Andreas Sachsenmaier Interviews mit allen lebenden KünstlerInnen ob ihrer Marktintentionen, die auf Minimonitoren an den Kojenenden betrachtet und gehört werden konnten.

BAZAAR wollte den Turbokapitalismus des aktuellen Kunstmarktes in einer überschaubaren Gruppenausstellung gleichzeitig bloßstellen und bedienen. Das Paradoxon der zeitgenössischen Kulturproduktion hat hier ein Forum erhalten.