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malash - Kairo: Fotografie als Kunst des glücklichen Unfalls

Vom 24. November bis 16. Dezember 2007
 
Künstler: Eva Bertram, Andreas Rost

2006 leiteten die KünstlerInnen Eva Bertram und Andreas Rost einen Fotografie-Workshop in Kooperation mit dem Goethe-Institut und dem Contemporary Image Collective (CIC) in Kairo. Vier ägyptische TeilnehmerInnen des Seminars werden jetztim Kunsthaus MEINBLAU ihre bildnerische Auseinandersetzung mit der Metropole den Interpretationen der deutschen FotografInnen gegenüber stellen.

Ägypten als Land der Pharaonen und Pyramiden ist uns durch zahlreiche Ausstellungen, Bildbände und Reportagen mehr als vertraut. Wir erfreuen uns nur allzu gerne an dem orientalischen Land mit seinen arabischen Hengsten und Kamelen, die durch die endlose Weite der Wüste unter der gleißenden Sonne einem geheimnisvollen Ziel entgegenzutraben scheinen. Doch soll dieses Szenario in der Fotoausstellung malash (arabisch für „macht nichts“) dem schmachtenden Auge gerade nicht dargeboten werden. Der ästhetische Schwerpunkt des Projektes, das gemeinsam mit dem CiC-Cairo entwickelt wurde, liegt in der Darstellung der Megacity Kairo, seiner urbanen Lebensweisen, des Planungs- und Bauchaos’, dem unkontrollierbaren Verkehr und dem endlosen Dschungel der Straßen und Gassen. Wir gewinnen Einblicke in die Wohnzimmer mittelständischer Kairoer Familien. Wir begegnen Männern, die sich stolz mit bemalten Peugeots präsentieren. Wir werden einer individuellen Selbstbehauptung im alltäglichen Wahnsinn gewahr, begleitet von falschen Sphingen und tanzenden Mädchen. Es sind die wunderbaren "Unfälle", die das Leben bereichern, es erst erlebbar machen. Fotografie wird zur Kunst des glücklichen Unfalls. Kairo ist ein Ort, der auf wunderbare Weise mit dem Nicht-Funktionierenden, dem Nicht-Vorhandenen improvisiert und ihm immer wieder neues Leben einhaucht

Eva Bertram:
Eva Bertram: "Sphinx", 2006

Ahmed Kamel:
Ahmed Kamel: "o.T.", aus: Images from the Parlour, 2007

Andreas Rost:
Andreas Rost: "o.T.", 2006