züruck

MEINBLAU reopening – urgent fine arts

Vom 23. April bis 23. April 2005
 
Künstler:  

Die Konzeption der Eröffnung sah es vor, die gesamten 600 qm als Präsentations- und Veranstaltungsfläche zu nutzen. Das komplette Raumgefüge wurde in diesem Sinne noch vor dem individuellen Atelierausbau der KünstlerInnen einmalig der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der Folgerichtigkeit der Meinblau-Aktivitäten entsprechend stellte sich die Ausstellung aus einer Auswahl interner und externer KollegInnen zusammen, die im Wesentlichen Bildinhalte durch manipulative Eingriffe in ihrer Definition verändern, oftmals in seriellen Arbeiten. Selbst auferlegte Techniken/Systeme der jeweiligen Konzeption traten fein strukturiert und eigenständig in Erscheinung und machten eine Neubewertung des vermeintlich Augenscheinlichen erforderlich. So zensierte Matten Vogel scheinbar willkürlich ausgewählte Illustrierten- und Dokumentationsfotos. Das Werbe-, Landschaftsbild etc. erhält durch die an markanten Stellen gesetzten schwarzen Balken eine evident neue Bedeutung, die skurril und zugleich bedrohlich wirkt. Den zweiten Schwerpunkt der Ausstellung (oft in Synergie mit dem ersten Aspekt) stellt der konzeptuelle Einsatz von Fotografie dar, ihre Erweiterung in Installation, Performance, ihre Abstraktion bis zur scheinbaren Gegenstandslosigkeit. Andreas Rost präsentierte seinen bereits 1990/91 entstandenen Zyklus Feindselig. Es handelt sich um S/W-Aufnahmen der Mauer und des ehemaligen sog. Todesstreifens, doch zeigen die Motive bloße Struktur, der historische Kontext erschließt sich den Uneingeweihten nicht, die Bedrohung bleibt dennoch existenziell spürbar.

 

 

 

 

Der zukünftige Ausstellungsraum blieb einem Programm vorbehalten, das aus der interdisziplinären Tradition schöpft, Performance Art, Filmkunst, Klangkunst und Literatur gleichermaßen vorstellt. Besondere Erwähnung sollten hierbei das Kurzfilmprogramm des interfilm-Festivals, die Still Life-Performance der Künstlerin Anja Ibsch und die apokalyptische interdisziplinäre Lesung des Schauspielers Martin Engler finden, der in Symbiose mit dem Posaunisten und Alphornbläser Dieter Fischer für den provokantesten Beitrag des Abends sorgte.

Gemäß der Einschätzung des Aufsichtspersonales wurde die Eröffnung im Zeitraum 19h bis 3h von mehr als 3.000 Gästen besucht.