züruck

BLAKE HOLES SUN

Vom 14. August bis 4. September 2005
 
Künstler: Jörg Gimmler

Jörg Gimmler, Meisterschüler von Georg Baselitz, erweist sich in vielerlei Hinsicht als Antipode des ehemaligen Professors. Statt einer expressiven Kraftattitüde auf der Leinwand, gelingt es dem 1963 geborenen Künstler, Aspekte der konkreten Kunst und Minimal Art mit historischen und spirituellen Inhalten zu meist großformatigen Kompositionen zu verknüpfen, die explizit das Phänomen der Bewegung in der malerischen Abstraktion behandeln (vgl. Marcel Duchamp: Akt eine Treppe hinabschreitend, Futurismus etc). Analytische Präzision und ekstatische Bewußtseinsebenen entladen sich gleichermaßen. Die Architekturen der visuellen Vorstellungskraft Gimmlers gehen weit über die Tradition seines Metiers hinaus. Zeitweise glaubt man einen Moment zu erkennen, in dem die Prähistorie auf die ferne Zukunft trifft. Mit einer mehrfachen Verortung (Gimmler) gleichartiger Elemente schichtet der Künstler mittels Öl- und Acrylfarbe Strukturen zu exakten Bildräumen. Die entstehenden Zwischenräume auf der Fläche sind nach William Blake “die vergänglichen individuellen Zustände”. Was bleibt sind die ewigen Lineamente: die Signaturen aller Dinge.