züruck

II. Berliner Kunstsalon

Vom 30. Oktober bis 20. November 2005
 
Künstler:  

MEINBLAU und Koje 36

Mensch Modell System Textur Natur

MEINBLAU präsentierte zwei Künstler aus dem eigenen Atelierhaus mit drei externen Kollegen. In ihrer Reflexion der Strukturen gesellschaftlicher Systeme und unserem Wahrnehmungsverhalten entwickeln sie neue Denkmodelle und Sichtweisen auf diese Kontexte.

Arnold v. Wedemeyer zeigt die interaktive Klanginstallation 8bit-Konzert, deren Partitur für acht “Monoklaviere” von einem Computer in systemimmanenter binärer Zählweise generiert wird. Die Melodie in 8-Tonstimmung entsteht aus den möglichen Anschlagskombinationen, deren Dramatik sich fortwährend steigert, gleich einer Art maschinellem Bolero.

In seinen konzeptuellen Installationen setzt Bernhard Draz einen Fokus auf “die konkurrierenden Systeme von Werten und Informationen in unserem völlig liberalisierten Turbokapitalismus und zeigt, wie sich diese Textur auf den Menschen legt und zu einem bestimmenden Moment seiner Erscheinung wird.” (M. Reichelt, Kunstforum, 6/2002).

Mittels Fotografie fixiert Nikolas Theilgaard Wahrnehmungen am Rande der Aufmerksamkeit. untitled – norway 2002 gehört in die Reihe seiner “Landschaftsarbeiten”, in denen das Immaterielle räumliche Tiefe suggeriert: “In der zweidimensionalen Oberfläche erfährt das Abwesende, welches zuvor in einem vierdimensionalen Zeit-Raum existierte, eine poetische Verdichtung.” (H. Uhr, Presence in absence, 2005).

Markus Kriegers minimalistische Installationen experimentieren mit der Modellhaftigkeit einzelner Grundmuster von Naturabläufen wie Homogenität, Chaos und deren Koexistenz. Die Elemente der kybernetischen Systeme entwickeln Autoaktivitäten innerhalb festgelegter Grenzen und öffnen den Blick auf die Wahrnehmungsmuster in einer hochtechnisierten Gesellschaft.

Sven Kalden zeigt funny bombs: In computerbearbeiteten Stills aus Luftwaffenvideos von Explosionswolken scheinen sich groteske Gesichter zu formieren. Das Ende des 21. Jahrhunderts bezieht sich auf Das Ende des 20. Jahrhunderts (J. Beuys, 1983). Die Objekte sind bei Kalden allerdings aus Beton gegossen und lehnen sich in ihrer Form dem Rednerpult des amerikanischen Präsidenten an.